Sep 172013
 


Demo: No one is illegal!
English version see below;

Wann? Freitag, 20.9.2013 16 Uhr
Wo? Omofuma Denkmal/Museumsquartier, Wien

17.000 Tote an den EU-Aussengrenzen seit 1993 – Und das sind nur die dokumentierten Fälle. Die Dunkelziffer liegt um vieles höher. Griechenland und Ungarn sperren Geflüchtete, teilweise auch Minderjährige, bis zu ein Jahr unter menschenverachtenden Bedingungen in Gefängnisse; Danach droht ihnen Obdachlosigkeit. In Griechenland machen neonazistische Paramilitärs gezielt Jagd auf Refugees.

Auch in den österreichischen Asylheimen sind die Bedingungen großteils untragbar. Die Befragungen zu den Fluchtgründen werden wie Verhöre geführt, die Qualität von Übersetzungen wird von Menschenrechtsorganisationen ständig scharf kritisiert. Deshalb entstanden im Herbst verschiedene selbstorganisierte Initiativen von Geflüchteten, die sich dann im Marsch von Wien nach Traiskirchen konzentrierten. Dies markierte den Beginn der Refugeebewegung in Österreich.

Ein langer Kampf begann: Nach dem Marsch wurde trotz eisiger Temperaturen ein Protestcamp im Sigmund-Freud-Park errichtet. Wegen der Polizeirepression suchten die Refugees in der Votivkirche Schutz. Kurz nach Weihnachten räumte die Polizei schließlich gewaltsam das Camp. Die Geflüchteten starteten daraufhin einen Hunger- und teilweise sogar Durststreik, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Aufgrund von mehreren Polizeiaktionen vor der Kirche wurde beschlossen, am 3. März
ins Servitenkloster zu übersiedeln.

Trotz Versprechen der Behörden, die Asylverfahren nach einem Umzug neu aufzurollen, erhielten schon bald die Hälfte der Flüchtlingsaktivisten einen endgültig negativen Asylbescheid. Ende Juli bekamen 20 Refugees Briefe, in denen das “Gelindere Mittel” ausgesprochen wurde. Diese ausnahmslos in die falsche Sprache übersetzten Bescheide zwangen die Refugees, sich täglich bei der Polizei zu melden. Am 28. Juli wurden dann acht von ihnen bei einer dieser “Routinekontrollen” festgenommen und innerhalb weniger Tage abgeschoben. Trotz massiver Proteste – vor dem Abschiebegefängnis, am Flughafen und in Flugzeugen – konnte der Transport nicht verhindert werden.

Um das öffentliche Interesse von den Abschiebungen abzulenken, setzte man zu einem Doppelschlag an: Drei der im Servitenkloster gemeldeten Refugees wurden unter dem Vorwurf der “Schlepperei” festgenommen. Des Weiteren steht die Verwendung des sogenannten “Mafiaparagraphen” §278a im Raum, der schon mehrmals zur Kriminalisierung politischer Proteste verwendet wurde.

Solidarisch gegen Abschiebungen & Repression
Auch wenn die Refugeebewegung die Lebensbedingungen von Flüchtlingen prominent ins öffentliche Licht gerückt hat, bleiben die politisch Verantwortlichen untätig. Dabei gäbe es sehr wohl auch Möglichkeiten innerhalb des als ewigen Mantras wiederholten “Rechtsstaats”, um die Situation der Flüchtlinge wesentlich zu verbessern und Schutz zu gewährleisten. Doch solange das Innenministerium und die Regierung nicht durch einen geeinten Widerstand gegen Abschiebungen konfrontiert
wird, kommt zu keiner Änderung der rassistischen Grenzpolitik. Auch der Einsatz vermeintlicher Hilfsorganisationen führt nicht zu einem breiteren öffentlichen Dialog über die Forderungen der Geflüchteten.
Charity und Viktimisierung können einen selbstbewussten politischen Protest nicht ersetzen.

Abschiebung ist Mord!
Nach wie vor konnten wir nicht zu allen abgeschobenen Refugee-Aktivisten Kontakt herstellen. Einer der Abgeschobenen hat berichtet, dass seine Familie direkt nach der Abschiebung von den Taliban aufgesucht wurden. Der Kontakt ist nun abgebrochen. Einige andere berichten von Überwachung durch pakistanischen Sicherheitsdienste, da sie öffentlich Kritik an der pakistanischen Regierung geäußert haben. In den letzten fünf Jahren sind über 1500 Zivilist*innen bei Drohnenattacken umgekommen und 300 schwer verletzt worden. Außerdem starben 352 Personen bei Selbstmordanschlägen. Zwischen 2009-2013 wurden von terroristischen Gruppierungen 1030 Schulen und Colleges zerstört. Auch in der laut Innenministerium sicheren Provinz Punjab wurden in den letzten sechs Monaten mehr als 7000 Menschen gekidnappt, darunter auch der Sohn des letzten Regierungschefs – er ist bis jetzt verschollen.
Insgesamt gibt es im letzten Jahrzehnt über 50.000 Tote (darunter Bombenanschläge, Target Killings…) zu beklagen. Seit den Wahlen in Pakistan hat sich die Sicherheitslage noch verschlimmert. Für verfolgte Menschen gibt es in Pakistan keine “innerstaatliche Fluchtalternative”.

Deswegen muss unser Widerstand gegen die menschenverachtende Abschiebepolitik umso entschlossener weitergehen. Der Druck auf die Entscheidungsträger*innen muss weiter erhöht werden. So lange es Abschiebungen gibt, lassen wir ihnen keine Ruhe. Erst freie Menschen, dann freie Straßen!

Komm am 20.9. um 16.00 vor das Museumsquartier zum Omofuma Denkmal!
Schlusskundgebung & kreative Aktionen um 18:30 vor dem Abschiebegefängnis nahe U-Bahnstation Rossauer Lände.

Die Forderungen der Refugees sind:
1. Ein Legaler Aufenthaltsstatus. Wir können nicht in unsere Heimatsländer zurück, denn Krieg, Terror und Hungersnöte haben uns zur Flucht gezwungen.
2. Falls Österreich nicht dazu bereit ist, so löscht wenigstens unsere Fingerabdrücke aus euren Datenbanken, damit wir in anderen Ländern Schutz suchen können.

!!KEINE FLAGGEN!! Die Demonstration zielt nicht auf die Profilierung einzelner Parteien oder (N)GOs ab, sondern auf die Unterstützung des Refugee Protests

NO BORDER NO NATION STOP DEPORTATION!!! WE WILL RISE!!

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Demo: No one is illegal! English

When?
Friday, 20.9.2013 16 Uhr
Where? Omofuma Memorial/Museumsquartier, Vienna

17.000 dead at the borders of the EU since 1993 – and these are only the documented cases. The number of unreported cases is much higher. Greece and Hungary imprison refugees, even minors, for up to a year under inhuman conditions. Afterwards they face the threat of homelessness. In Greece, neo-nazi paramilitary organisations hunt down refugees.

The conditions in Austrian asylum centers are largely unbearable. The refugee’s interviews on their reasons for flight are also held like criminal interrogations, the quality of translations is regularly critized by human rights organisations. As a result, in the fall of 2012, an array of self-organized initiatives developed, culminating in the march from Traiskirchen to Vienna. This marked the beginning of the refugee movement in Austria.
A long struggle ensued: After the march, a protest camp was set in the Sigmund-Freud-Park despite icy temperatures. Due to police repression, the refugees sought shelter in the Votivkirche. Shortly after Christmas, the camp was brutally evicted. The refugees started a hungerstrike to call attention to their situation. Due to multiple hostile acts by the police it was decided to move to the Serviten Monastery on the 3rd of March.

Even though the public authorities promised that the asylum processes of the refugees would be sent to retrial after the move, more than half of them were soon given double negative decisions. At the end of July, “Gelinderes Mittel” was imposed on 20 refugees. The people were forced to report to the police every morning. On 28 July, eight of the refugees were detained during those “routine checks” and deported in the following days. Even massive protests in front of the deportation
prison, at the airport and inside planes, could not stop the deportations.

To distract the public interest from the deportations, three of the refugees registered in the Serviten Monastery were detained under the accusation of “trafficking”. Moreover, the idea of further proceeding with §278a (the so-called “mafia-paragraph”), which has been used to criminalize protest movements in the past, was brought up.
Even thought he refugee protest has put a public spotlight on the living conditions of refugees, the responsible politicians remain inactive. Moreover, there are legal ways and means to improve the situation of the refugees and provide them with protection. But as long as the interior ministry and the government are not confronted with a united front of resistance against deportations, the racist border policy of Austria will not change. The efforts of so-called aid organisations do not result in broad public diaogue about the Refugees’ demands either.
Charity and victimizing cannot replace a assertive political protest.

So far we have not been able to make contact with all the deported refugee activists. One of them reported that his family was threatened by the Taliban directly after his deportation to Pakistan. Now the contact to him has broken off. Others refugees worry about surveillance through Pakistani security forces, because they publicly criticized the Pakistani government. During the last five years alone over 1,500 civilians have been killed in drone attacks and 300 have been seriously
injured. At the same time, 352 people died in suicide attacks.

Between 2009 and 2013, 1,030 schools and colleges have been destroyed by terrorist groups. In the province Punjab – which is claimed to be secure by the Ministry of Interior – over 7,000 people have been kidnapped during the last six months, one of them the son of the last Head of Government – he is still missing. On the whole more than 50,000 people have been killed in the last decade by bomb attacks, target killings, and other forms of catastrophic violence. The vast majority of the victims are innocent civilians caught in the crossfire between the Taliban, Pakistani government and US government. Since the recent elections in Pakistan, the state of security has worsened. There is no possibility for persecuted people to take refuge inside Pakistan.
Against Racism! Solidarity with the Refugee Protest!

Join the demonstration on the 20th of September at 4 p. in front of the Museumsquartier at Omofuma-Memorial. Final manifestation 6.30 pm in front of the detention prison next to the metro station “Rossauer Lände”.

The Refugees’ demands are:
1. Legal residence status. We cannot go back to our countries of origin, because war, terror, persecution and famine forced us to flee.
2. If Austria is not able to grant us asylum, at least erase our finger prints from your database, so that we can take refuge in other countries.

!! NO FLAGS!! The demonstration’s aim is not the political profiling of (N)GOs and parties but rather to support the Refugee Protest.

NO BORDERS, NO NATIONS, STOP DEPORTATION!!! WE WILL RISE!!

Jun 122011
 


seit Freitag (11.06.) ziert eine neue Collage vom Kollektiv bonpiedbonoeil eine Wand in der nähe des Längenfeld Garten (U6/u4 Längenfeldgasse).

mehr Collagen und Bilder findet ihr unter: http://www.flickr.com/photos/wolfbonpiedbonoeil/

Über das Kollektiv: Au départ de Bon Pied Bon Oeil, une dizaine de personnes est animée par des convictions communes et l’envie d’ informer, de dénoncer, de partager.
Photos, vidéos, V-Jing, articles sont au centre de ce collectif.
Son leitmotiv : l’injustice, la lutte, les différentes formes de résistance et ses acteurs ou simplement l’humain.

Le collectif Bon Pied Bon Oeil est né d’une rencontre lors du contre-sommet du G8 à Heiligendamm (Allemagne) en 2007. Or, les artistes n’avaient pas attendu cette date pour dégainer appareil-photo, caméra et stylo.
Depuis, armés d’un objectif et d’ un pinceau de colle dans une main et (souvent) une bière dans l’autre, ils sillonnent toujours les routes d’Europe et d’autres comtinent à la recherche d’expériences de luttes et de vies différentes…Paris et sa banlieue, Marseille, Toulouse, Bruxelles, Berlin, Vienne, Rome, Londres… Mexique, Thaïlande, Palestine, Inde, Venezuela…
Au fil des voyages, des expériences et des rencontres, l’oeil et l’identité de Bon Pied Bon Oeil s’affirme et s’affine.

De contre-sommets en mouvements sociaux, d’émeutes dans les rues à des fêtes alternatives, festivals ou d’événements de soutien, Bon Pied Bon Oeil y est présent. Sa démarche multiple, doublée d’une volonté d’exposer et de projeter, privilégie des collages muraux de photos grands formats éphémères ou permanents, des projections de V-Jing et de documentaires.
Les échos se font toujours positifs.
Malgré quelques mésaventures (les expositions, projections ou articles rarement rémunérés) et parfois des doutes, une détermination toujours plus forte le pousse à continuer à témoigner, partager et à participer.

Feb 192011
 

Transnationaler Migrant_innenstreik
Arbeitsniederlegung, Strassenprotest, Sichtbarkeit, Solidarität

Für gleiche Rechte! Gegen Rassismus!

Kundgebung: 1. März 2011, 17 Uhr, Viktor-Adler-Markt, 1100 Wien

anschließend Party um die Ecke/party around the corner @ planet 10 mit mexikanischem Essen, Tombola, Demovisuals und Auflegerei/Dj’s: ‘what the fuck is balkan!’ und ‘forget romeo and juliet’
link: http://planet10wien.wordpress.com/

und weitere party im atigif raum im ekh
link: http://www.med-user.net/~ekh/

vor der Kundgebung dezentrale Aktionen in ganz Wien/during the day actions all over vienna (check http://www.1maerz-streik.net/)

um 16 Uhr Lärmaktion vor dem Asylgerichtshof/at 4pm loud demonstration in front of asylumcourt: laxenburgerstraße 36 (nähe gudrunstraße), bring cans/blechdosen, sticks und andere lärmtools

lasst uns den Dienstag 1. März vom “dienst”-Tag zum Streik-Tag und Fest-Tag machen

Nov 182010
 

Info und Themenabend zu Wagenleben im Allgemeinen
sowie zur aktuellen Repressionswelle gegen die Wiener Wagenplätze sowie zu den Aktionstagen von 3.-5. Dezember 2010

Wo? im Kaleidoskop, Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien

Links:
http://truckstop.noblogs.org/
http://treibstoff.wagenplatz.at/
http://hafenstrasze.wagenplatz.at/

Okt 272010
 


Wir Gruppen (plan.los!, Kaleidoskop, …) und Personen aus dem Netzwerk KuKuMA erklären uns solidarisch mit dem geräumten Wagenplatz Treibstoff und dem akut räumungsbedrohten Wagenplatz Hafenstraße.

Als unabhängige und autonome Kulturarbeiter*innen fordern wir einen Kurswechsel der Stadtpolitik, einen Stop der Repression sowie mehr Mittel und Förderungen für alternative Räume und Lebensweisen!

Der Wagenplatz Treibstoff wurde am Morgen des 21.10. von einer hunderstschaft an Polizeikräften mit unterstützung der Abschleppfirma „Toman“ ohne Vorwarnung geräumt. Mehr als fünfzehn Personen stehen nun
kurz vor dem Winter ohne ihre Unterkunft auf der Straße. Zudem sind über 10.000e an Kosten für den Abtransport und die Rückgabe der Wägen zu entrichten.

Der Wagenplatz Hafenstraße ist akut Räumungsbedroht. Seitens der MA69 (=Liegenschaftsmanagement der Stadt Wien) wurde für Donnerstag den 28.10. 9h die Räumung des Platzes angekündigt. Konkret brauchen die Bewohner*innen Unterstützung beim Abbau und Hilfe beim Aufräumen. Ein von mehreren Menschen über neun Monate bewohnter Ort lässt sich so einfach nicht binnen zwei Tagen packen!

Der ausverhandelte und “legalisierte” Wagenplatz Lobau wurde ebenso direkt nach den Wahlen in Wien vor die bisher nicht kommunizierte Tatsache gestellt nun neben einer 24hGroßbaustelle existieren zu müssen.

Wir finden das der momentane Umgang mit Wagenleben und alternativen Lebensweisen in Wien zutiefst verachtenswert ist. Auch scheint die Wiener SPÖ kurz nach den Wahlen noch schnell mit Projekten die nicht auf ihrer Linie liegen abrechnen zu wollen.

Wir rufen dazu auf die Wagenplätze aktiv zu unterstützen, sich über die aktuelle Lage von Projekten in Wien zu informieren und die Stadt Wien über euer Missfallen aufzuklären.

Links zum Thema:
http://at.indymedia.org/node/19217
http://at.indymedia.org/node/19284
http://at.indymedia.org/node/19193

http://treibstoff.wagenplatz.at/
http://hafenstrasze.wagenplatz.at/
http://akwlobau.wagenplatz.at/

Kontakt zur MA69:
http://grundstuecke.wien.at

Kontakt zu Häupl:
http://www.wien.gv.at/advuew/internet/AdvPrSrv.asp?Layout=politiker&Type=K&SUCH=H%E4upl%20Michael,%20Dr.&personcd=2004073010475502&SUCHNAME=H%E4upl%20Michael