Nov 192013
 

seid herzlich zur kommenden Open IGKW am 5. Dezember 2013 eingeladen!

Themen:
* Soziale Verdrängung – die Stadt gehört uns!
* Viel Aufwand für wenig Geld – freie Kulturszene in der Zwickmühle

Wann: Donnerstag, 5. Dezember 2013, 16:00 – 19:00
Wo: Kaleidoskop, Schönbrunnerstr. 91, 1050 Wien

Die Open IGKW ist ein Vernetzungs- und Diskussionstreffen für freie und autonome KulturarbeiterInnen, Gruppen und Kollektive. Mit diesem Format soll eine breite Diskussion und Positionierung zu (kulturpolitischen) Themen ermöglicht und ein gemeinsames Agieren erleichtert werden.

* Soziale Verdrängung – die Stadt gehört uns!”

Aus aktuellem Anlass setzt sich die IG Kultur Wien mit dem Thema “Soziale Verdrängung” auseinander. Platzverbote, Kriminalisierung von Bettelei oder Obdachlosigkeit, Wegweisungen oder von Drogenkranken “bereinigte” Zonen greifen immer mehr um sich und werden unhinterfragt von breiten Schichten der Bevölkerung akzeptiert. Dazu kommt eine oft einseitige, bewusst vereinfachende und sich offen gegen Randgruppen aussprechende mediale Berichterstattung.

Da die Politik in Wien bis dato kaum Stellung zu diesen Ausgrenzungsstrategien bezieht, ist es um so wichtiger, hier klar Position zu beziehen.

Input vor Ort: Maren Rahmann (Bettellobby Wien)

Genauere Informationen zum Thema findet ihr weiter unten.

* Viel Aufwand für wenig Geld – freie Kulturszene in der Zwickmühle”

In letzter Zeit haben sich Ein- und Abrechnungsvorgaben für FördernehmerInnen massiv verschärft. Oft steht einem kleinen Förderbetrag ein immer größer werdender administrativer Aufwand entgegen. Zudem wird das Kultbudget für freie Kulturinitiativen weniger, für neue Initiativen bleiben, wenn überhaupt, nur Kleinstbeträge über.

Änderungen hinsichtlich eines klaren Bekenntnisses zur Stärkung kleiner, freier Kulturinitiativen sind nach zehn Jahren roter Kulturpolitik nicht in Sicht. Daher wollen wir eure Bedürfnisse und eure Erfahrungen bündeln und uns für Verbesserungen im Förderbereich der Stadt Wien und gegen diese zunehmende “BüroCrazy” einsetzen.

Input vor Ort: Irmgard Almer (IG Kultur Wien)

Bei dieser Open IGKW wollen wir diese beiden Themen in zwei Kleingruppen diskutieren und eure Meinungen, Erfahrungen und Vorschläge aufnehmen, um Verbesserungen für diese Bereiche zu erwirken und in die Öffentlichkeit zu tragen.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Soziale Verdrängung – die Stadt gehört uns!

Weltweit organisieren und vernetzen sich soziale Bewegungen mit der Forderung „Recht auf Stadt“ gegen soziale Normierung und Verdrängung, gegen Gentrifizierung, Repression, Verwertungslogik und gegen eine neoliberale Stadtentwicklung, in welcher „die Stadt“ historisch auch ein Synonym für Freiraum – im Namen öffentlicher Sicherheit und Ordnung zunehmend zum kontrollierten und durchkapitalisierten, durch Kommerzialisierung und Konsumzwang „eindeutig“ besetzten Ort umgestaltet wird.

Mit dieser Entwicklung einher geht ein sich verändernder Diskurs über den Umgang mit der schrittweise enger und ärmer werdenden sozialen Kultur von Großstädten wie eben auch Wien. Abweichendes Verhalten wird stärker moralisierend, kulturalisierend, kriminalisierend und punitiv bearbeitet. Vor diesem Hintergrund erfährt gegenwärtig in vielen europäischen Großstädten das Feld der Sicherheits und Ordnungspolitiken eine enorme Aufwertung. Im hegemonialen politischen Diskurs wird die angebliche Notwendigkeit von Vertreibungspolitiken wie die Illegalisierung von Straßensexarbeit, Bettel und Alkoholverbote, Wegweisungen, Platzverbote und Kampierverordnungen gegen Wohnungslose, Schutzzonen gegen offene Drogenszenen usw. massiv propagiert. Die Sichtbarkeit von unerwünschten und „fremden“ Personengruppen führe zur Störung der öffentlichen Ordnung. Über die Erzeugung eines subjektiven Unsicherheitsgefühls wird eine räumliche Präventionssstrategie und ein immer flexiblerer Zugriff der Repressionsbehörden argumentiert. So werden die gesellschaftlichen Ursachen von Armut und Marginalisierung durch rechte Mythen von „organisierten Banden“, „high crime areas“ usw. verschleiert sowie die Betroffenen als gefährliche Gruppen stigmatisiert und vielfachen
Repressalien ausgesetzt. Armutsbetroffene Menschen werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt und aus dem Blickfeld der Gesellschaft in die Unsichtbarkeit verbannt.

Input von Maren Rahmann, Bettellobby Wien: Die Bettellobby Wien setzt sich gegen die Kriminalisierung und für die Rechte von Bettler_innen ein und kämpft gegen Polizei und Behördenwillkür, gegen Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze. Die Initiative hat die mehrsprachige Broschüre „Betteln ist erlaubt“ für Bettler_innen, Straßenmusiker_innen, Straßenzeitungsverkäufer_innen, Unterstützer_innen und Interessierte herausgegeben und diese Broschüre mit einem Kasperltheater – Dramolett aus Versatzstücken originaler Strafverfügungen, die Bettler_innen in Wien täglich erhalten, vor der Polizeidirektion Wien präsentiert. Die Bettellobby Wien fordert die Abschaffung von Bettelverboten, respektvolles, solidarisches Handeln und einen öffentlichen Raum, welcher für alle nutzbar und zugänglich ist.

Die Stadt gehört allen!

Wir wollen die Frage stellen, wie im Hinblick auf die gegenwärtigen stadtpolitischen Entwicklungen die Begriffe von Mit und Selbstbestimmung zu verorten sind. Wie können wir unsere Positionen, Forderungen und Praktiken gegen soziale Verdrängung besser vernetzen und unsere Handlungsspielräume erweitern?
Was können wir gemeinsam tun? Wie unsere Kräfte bündeln, Netze knüpfen, Erfahrungen teilen und Strategien entwickeln?
Bringt eure Erfahrungen, Ideen, Anregungen und Vorschläge ein!

Apr 182011
 

bei Platz-da!? gibt es wieder Termine zum Vernetzen, austauschen und gemeinsamen Planen von allen was in Wien (und anderswo) so zum Thema Stadt passiert (und passieren soll).

allgemeine Infos findet ihr unter: http://platzda.blogsport.eu/

die nächsten Termine sind:

allgemeine platz-da!? Bündnis Treffen

am 5.5. um 17h im Guerilla Garten Längenfeld
Lageplan siehe -> http://ggardening.blogsport.eu/lageplan/
hostet by GGardening Wien

Programm in Arbeit

bei Schlechtwetter im Kaleidoskop (Schönbrunnerstraße 91, 1050 Wien)

am 16.06. um 17h
in der Gumpendorferstraße 63b
hostet by IG Kultur Wien
infos in kürze

Okt 052010
 

KuKuMA News nr.25
Das ist der fünfundzwanzigste Newsletter von KuKuMA
Netzwerk für Kunst Kultur und Medien Alternativen
Nr. 25/ Monat 10/ Jahr 2010

News:
unter http://kukuma.info
findet ihr die neue Version der Homepage

KuKuMA – unterstützt:
* Initiative für kostenlose Notschlafplätze

KuKuMA ist Teil von:
— Platz-da!? – bewegung für freiraum und mehr…

regelmäßig:
++ Jongliertreffen

einmalig:
### IG Kultur Wien 20 Jahre Party am 12.10. im WUK
#### StillLoving Activism

Continue reading »

Okt 052010
 

… und das wird gefeiert!
Das ganze Fest wir übrigens von der KuKuMA-Gruppe Plan.los! in Kooperation mit PProjekt organisiert

IG  Kultur Wien /// 20 Jahre Fest
Am 12.10.10 wird die IG Kultur Wien 20 Jahre alt. Als Interessensgemeinschaft für freie und autonome Kulturarbeit in Wien gilt es dies erstmal zu Feiern. Deswegen wird es im Rahmen der Innovationspreiswoche ein Geburtstagsfest im WUK geben.

Der Anspruch des Festes ist es zu vernetzen, zu feiern und zu informieren. Workshops, offene Formate, Ausstellungen, Bands, Djanes und Performances schaffen den gemeinsamen Rahmen der wenige Tage nach der Wien-Wahl ein “anderes” Wien zusammenbringt. Die Veranstaltung wird offen, größtmöglich partizipativ und (soweit wir darauf Einfluss nehmen können) auf freier solidarischer Preispolitik basieren. Jede/r soll und kann Spenden und/oder sonst beitragen was möglich ist.

mehr Infos sowie das Programm (es geht ab 15h! los) findet ihr unter:
-> http://movingculture.blogsport.eu

IG Kultur Wien 20 Jahre

Mai 202010
 

KuKuMA News nr.24

Das ist der vierundzwanzigste Newsletter von KuKuMA
Netzwerk für Kunst Kultur und Medien Alternativen
Nr. 24/ Monat 03/ Jahr 2010

Mit erschrecken stellen wir soeben fest das seit dem letzten Newsletter bereits 4 Monate vergangen sind. Deswegen (und auch weil dauernd was los ist) mal wieder eine Aussendung damit ihr auch mitbekommt wie fleißig wir am Werken sind!

———————Übersicht——————————
> > > Neuigkeiten & Calls
Art-Attack: >>> bologna
TrotzAllem – alternative Nachtichten
IG Kultur Wien: call innopreis/ gv/ freiräume plenum

+ + + Termine in nächster Zeit:
20.03 Guerilla Gardening Treffen @ nice WG
20.03 ScreenIt @ Kaleidoskop
09. 04 Art-Attack Ausstellung @ Grundstein7
Jongliertermine @ Jugendzentrum Erdberg

# # # Links
-> “Recht auf Stadt“ Hamburg
-> AudioArchiv
-> SpielWiese

Continue reading »

Jun 092009
 

MQ = public Space?

Nicht nur prügelte Polizist_innen und eine gestärkte Rechte sind gerade Thema;
Auch die Einschränkung von Grundrechten und Verdrängung von öffentlichen Raum hat gerade Hochsaison;

So hält es die Verwaltung des Wiener Kultur-Clusters MQ neuerdings für eine “gute Idee” das mitbringen von alkoholischen Getränken zu Unterbieten, auch Verbote gegen Skaten und andere Dinge werden nun restriktiv durchgesetzt.

“Uns ist es wichtig, dass sich alle BesucherInnen am Areal sicher und wohl fühlen und dass es ein positives Miteinander gibt.”
So das MQ in einer Stellungnahme zu den aufkommenden Prosteten. Der Schritt einzelne Dinge wie Skater_innen aus dem (wohlgemerkt öffentlichen) Raum zu verdrängen, zeigt klar wie sich das MQ immer mehr im Licht eines kommerzielle verwertbaren und funktionierenden Ortes zeigt.

“Es ist und bleibt aus Sicherheitsgründen aber notwendig, einige neue Maßnahmen zu setzen, die die besondere Atmosphäre des MuseumsQuartier aber keinesfalls stören sondern erhalten sollen. ”
Somit ist nach nun kostenpflichtigen (noch dazu preispolitisch sexistischen) WC Anlagen Zeit für weitere Verbote und Ordnungen.

du sollst nicht Fahradfahren/Skaten/Alkohol trinken/pissen/im Brunnen planschen/Musik machen/ den Raum gestalten/ …

Dieses Vorgehen stellt leider nach Absurditäten wie Bettelparagraphen und vorschreitender Überwachung von öffentlichen Plätzen und Verkehrsmitteln eine weitere Einschränkung des öffentlichen Raumes dar.

Die Leitung des MQ zeigt mit dieser Aktion den Wahren Charakter eines als “offener Kulturraum” angepriesen Areals.
Die Stadt Wien ist hiermit einmal mehr aufgefordert sich zu kultureller Vielfalt (statt Einfalt) zu bekennen, Worten Taten folgen zu lassen, und alternativen Kulturprojekten endlich den Raum zu geben den diese brauchen. Zudem soll den fortschreibenden Verlust von öffentlichen Raum entgegengewirkt werden und dieser den Menschen die in dieser Stadt leben zur Nutzung übergeben werden.

Dazu gehört auch ein wiederherstellen der PlakatFreiheit sowie ein einlösen der vielzähligen offenen Versprechungen einer freien Kulturszene gegenüber!